Erste Hilfe am Berg mit Naturheilkunde

Globuli, Pflanzen und Akupressur als Erste Hilfe-Maßnahmen beim Wandern und Radfahren

Was tun bei Stürzen? Die Natur kann uns helfen. Lesen Sie hier wie.

Schneller als uns lieb ist, können wir uns beim Wandern oder Radfahren verletzen. Meist sind es nur harmlose Schürfwunden oder Prellungen, doch auch diese können uns eine schöne Tour vermiesen. Damit es nicht soweit kommen muß, haben wir hier einige naturheilkundliche Tipps zusammengestellt, die bei Stürzen, Beschwerden und Erkrankungen am Berg sofortige Linderung verschaffen können.

Apis nach Bienen- oder Wespenstich

Diese Stiche sind in der Regel eher harmlos, doch sehr schmerzhaft. Hier helfen Globulis mit Apis, auch ein Verband mit Zwiebelscheiben hilft die Entzündung zu lindern. Bei allergischen Symptomen oder wenn der Stich in Mund und Rachenraum geschehen ist, muss allerding sofort ein Notruf abgesetzt werden, da dies einen Kreislaufschock nach sich ziehen kann.

Spitzwegerich hilft bei Mücken- und Bremsenstichen

Bei lästigen Mücken- oder Bremsenstichen soll Ledum sehr gut helfen, auch der Spitzwegerich, welchen man bevorzugt auf trockenen Wiesen und an Wegrändern findet, hilft sehr gut bei Wunden und Insektenstichen. Hierzu werden die frischen Blätter mit den Fingern zerrieben und die betroffene Stelle damit behandelt, dies lindert den Juckreiz und hemmt die Schwellung.

Globuli bei Augenreizungen

Wenn die Augen durch die Sonne stark gereizt wurden oder durch zu starke Windexposition gerötet sind, hilf Euphrasia, der Augentrost, sehr wirkungsvoll.

Naturheilkunde bei Prellungen und Stauchungen

Ruta ist hier das Mittel der ersten Wahl, es hilft auch bei Sehnen- und Bänderrissen. Hier kann auch Arnica im Akutfall eine sofortige Besserung bringen. Zusätzlich sollte ein Fläschen Teebaumöl im Erste-Hilfe-Päckchen nicht fehlen, da es bei Prellungen, Stauchungen und Wunden allgemein sehr gut hilft. Das Teebaumöl kann durch seine Interaktion der Monoterpene mit Biomembranen und Membranproteinen sogar gegen Bakterien, Pilze und Viren helfen.

Naturheilkunde und Homöopathie bei entzündeten Gelenken

Bryonia wird nicht nur bei entzündeten Gelenken, sondern auch bei Muskelfaserrissen sehr effektiv eingesetzt.

Am Besten sind im Akutfall niedrige Potenzen (bis D/C12) zu verwenden. Diese sind bei akuten Geschehnissen und für die Selbstmedikation geeignet. Die Dosierung richtet sich nach den Beschwerden, je aktuter desto häufiger sollte die Einnahme geschehen. Stündlich 5 – 10 Tropfen oder 5 – 10 Globuli, höchstens 12 mal täglich. Sobald eine spürbare Besserung eintritt, nur noch 3 mal täglich 5 – 10 Globuli oder Tropfen.

Aber nicht nur die klassische Naturheilkunde kann uns bei Notfällen am Berg helfen, sondern auch die fernöstliche Akupressur kann hier sehr erfolgreich eingesetzt werden.

Akupressur bei Nasenbluten

Hier werden die Extrapunkte Bi Tong (der höchste Punkt der Nasolabialfalte, von den Mundwinkeln zu den Nasenflügeln) 5 min beidseitig gedrückt, der Kopf wird nach vorne gebeugt, bestenfalls wird mit einer kalten Getränkeflasche im Nacken gekühlt, dadurch wird die Blutung sehr schnell gestoppt.

Erste Hilfe bei akuten Kopfschmerzen

Bei Kopfschmerzen aufgrund von Überbelastung helfen die Akupressurpunkte Tai Yang (in der Kuhle neben der Schläfe) und Yin Tang (zwischen den Augenbrauen) sehr gut, diese werden jeweils 5 min im Uhrzeigersinn (tonisierend) massiert.

TCM bei Atemnot

Hier können die Puntke Lu10, Ren17 und Extrapunkt Ding Chuan (einen daumenbreit neben dem 7. Halswirbel, oben am Schulterblatt) helfen. Diese Punkte sollten nacheinander jeweils 5 min. massiert werden.

Chinesische Medizin bei Magenschmerzen und Übelkeit

Hier ist der Punkt PC6 sehr effektiv, man kann auch eine Scheibe Ingwer auflegen, damit die ätherischen Öle von der Haut aufgenommen werden können. Der Ingwer ist in der chinesischen Medizin ein sehr wichtiges Hausmittel, da er nicht nur bei Magenbeschwerden, sondern auch bei angehenden Erkältungen als Tee sehr effektiv wirkt. Deshalb sollte am Berg immer eine kleine Knolle Ingwer mit dabei sein.

Akupressur bei Nackenverspannungen

Wenn nach einem langen Radltag der Nacken schmerzt, oder der Rucksack nicht richtig auf den Schultern lag und alles schmerzt, hilft der Akupressurpunkt Dü3, diesen am Besten gegen den Uhrzeigersinn 5 min massieren, damit die Spannung nachlässt.

Bei Ohnmacht oder Kollaps

Wichtig ist der Akupunkturpunkt Du26. Er liegt im oberen Drittel des Philtrums (dies ist die vertikale verlaufende Vertiefung zwischen Oberlippe und Nase). Dieser Punkt wird heutzutage auch in der Notfallmedizin verwendet. An dieser Stelle wird solange mit dem Fingernagel gedrückt, bis die Person wieder zu Bewußtsein kommt.

Generell gilt:

Die Akupressur sollte auf beiden Körperseiten statt finden. Die betroffene Seite wird zuerst massiert. Normalerweise wird der Punkt 5 min im Uhrzeigersinn massiert. Bei Füllezuständen, wie massive Verspannungen, hämmernden Schmerzen, oder bei Symptomen, die bei Druck schlechter werden, sollte gegen den Uhrzeigersinn (sedierend) massiert werden.

Interessante Bücher zu diesem Thema finden Sie hier:

>>> Hier gelangen Sie zum Buch von Tenk, Soforthilfe mit Akupressur

 

 

 

 


>>  Hier ein gutes Homöopathie-Erste-Hilfe-Buch: Binder, Homöopathische Notfallapotheke