Autoimmunerkrankungen naturheilkundlich betrachtet

Autoimmunerkrankungen aus westlicher Sicht

Lupus
Eines der wenigen Fachbücher für TCM-Therapeuten über die Behandlung von Lupus.

Was sind Autoimmunerkrankungen und woher kommen sie? Aus nicht vollständig geklärter Ursache werden die Immunhelfer, die T-Zellen, plötzlich zu Feinden. Statt eindringende Pathogene anzugreifen, bekämpfen sie plötzlich das körpereigene Gewebe. Der Körper versucht zwar die Schäden auszugleichen, schafft dies aber irgendwann nicht mehr und schwächt so das eigene Immunsystem so stark, dass wirkliche Erreger und entgleiste Zellen nicht mehr ausreichend bekämpft werden können.

Aus westlicher Sicht werden als Ursachen für Autoimmunerkrankungen eine genetische Disposition, Umweltfaktoren und viele andere, unerforschte Aspekte vermutet. Das Internet hilft hier den betroffenen Patienten nicht wirklich weiter.

Fakt ist, die Diagnose Autoimmunerkrankung impliziert eine gewisse Ratlosigkeit der Schulmedizin und beschränkt sich häufig auf reine Unterdrückung der Symptome. Viele suchen Hilfe durch die Alternativmedizin. Doch was unterscheidet die naturheilkundliche Behandlung von der herkömmlichen Medizin?

 

Einige Beispiele für Autoimmunkrankheiten:

Organspezifische Autoimmunerkrankungen:

  • Diabetes mellitus Typ 1 (Bauchspeicheldrüse)
  • Multiple Sklerose (Nervenzellen), Glomerulonephritis (Niere),
  • Hashimoto-Thyreoidits (Schilddrüse),
  • Basedow-Krankheit (Schilddrüse),
  • chronische Gastritis (Magen),
  • Colitis ulcerosa (Dickdarm),
  • Vitiligo (Haut),
  • Addison-Krankheit (Nebennieren)

Systemische Autoimmunerkrankungen:

  • Churg-Strauss-Syndrom (Gefäße),
  • SLE Kollagenosen (Bindegewebe),
  • Rheumatoide Arthritis (Bindgewebe von Gelenken und Sehnen),
  • Schuppenflechte (Haut, Gelenke, Fingernägel).

Was macht die Komplementärmedizin anders?

Viele Patienten wollen sich weder mit der schicksalhaften Diagnose noch mit der westlichen Therapie abfinden und suchen nach Hilfe, bzw. Ergänzung bei der komplementären Medizin. Egal welche (seriöse) Methode die Patienten wählen, auffällig ist eine völlig andere Sicht auf die Erkrankung und Art und Weise der Behandlung von Autoimmunerkrankungen.

Aus Sicht der Chinesischen Medizin ist es sogar so, dass die westliche Diagnose Autoimmunerkrankung häufig nicht EINE Krankheit ist, sondern in mehrere Erkrankungen unterteilt wird. Allen Autoimmunerkrankungen gemein ist aus Sicht der TCM der Yin-Mangel. Dies umschreibt den Gewebeverlust, also einen Verlust an „Substanz“. Ohne diese Substanz (z.B. die eines Organs) gibt es aber keine „Funktion“. Da dadurch auch das Verhältnis von Yang und Qi gestört ist, kann die Energie Qi nicht fließen. Es kommt in der Folge zu „leere Feuer“, Qi-Mangel und Blutstagnation.

Beispiel: Lupus

Ein Systemischer Lupus Erythematodes ist i.d.R. ein sehr schweres Krankheitsbild aus dem Bereich der Hauterkrankungen. In den letzten Jahren häufen sich allerdings auch die „leichteren“ Varianten, die nur die Haut betreffen. Am häufigsten befällt der discoide Lupus Frauen im gebärfähigen Alter.

Typische Symptome des Lupus sind die Bildung unterschiedlich großer, scharf begrenzter, schuppender Erytheme (Entzündungen auf der Haut), die mit Narbenbildung und Pigmentverschiebungen abheilen. Der Beginn dieser Hauterkrankung kann durch Stress, Traumen, Sonnenbrände oder Kälte begünstigt werden.

Aus Sicht der TCM ist die, durch die Zellzerstörung (Apoptose) provozierte Entzündung, ein Leere-Feuer das seine Ursache im Yin-Mangel hat. Dieses Leere-Feuer „verbrennt“ weiter „Substanz“, also Yin, ein Teufelskreis setzt sich in Gang. Das der Krankheitsverlauf mit Erschöpfungszuständen einhergeht erklärt sich selbst.

Die Therapie wird nach genauer Diagnose (Zunge/Puls) individuell auf den momentanen Krankheitsverlauf abgestimmt. Im Vordergrund der Phytotherapie und Akupunktur stehen die „Kühlung“ des Feuers, damit nicht weiter Yin verbrannt wird, der kontinuierliche Substanzaufbau (Yin) und das vorsichtige Ergänzen des Qi.

Dies ist die stark vereinfachte Beschreibung einer begleitenden TCM- Therapie, der wesentliche Unterschied zur westlichen Medizin besteht im Aspekt des AUFBAUENS (des Yin, Qi, Blut) und einer differenzierten Begleitdiagnose der PatientInnen.

Behandlung von Autoimmunerkrankungen

Die Komplementärmedizin berücksichtigt die ganzheitlichen, energetischen Zustände eines Systems und kann dadurch völlig andere Therapieansätze finden und zur Heilung oder Linderung von Autoimmunerkrankungen einsetzen.

Dies ist kein Plädoyer gegen die westliche Medizin (moderne Schmerzmedikation) und der Einsatz entzündungshemmender Substanzen kann lebensrettend sein. Aber es ist auch nachgewiesen, das sich die schulmedizinische Medikation reduzieren lässt, wenn parallel, z.B. mit chinesischer Phytotherapie und Diätetik behandelt wurde.

Irene Suhr
Über Irene Suhr 13 Artikel
Irene Suhr ist Heilpraktikerin und Diplomierte Therapeutin für Chinesische Medizin (ABZ-Ost, Shou Zhong) mit eigener Praxis in Berlin-Charlottenburg, war als TCM- Therapeutin im Oberlin Rehazentrum MVZ Potsdam, im Centrum für TCM-Potsdam, sowie extern für die Schmerzambulanz des KEH-Berlin tätig. Seit 2006 regelmässige Fortbildungen in Naturheilkunde und TCM. Vorträge über westliche Krankheitsbilder aus Sicht der TCM, für Laien und Therapeuten im Oberlin-Rehazentrum. Mitglied der Arbeitgemeinschaft-TCM. Webseite http://www.Praxis-Jungfernheide.de