Das Körnerkissen – nachhaltiger und veganer Schlafkomfort

Unterschied von Körnerkissen und Kernkissen

Wer bei dem Begriff Körnerkissen an eine Art Wärmflasche denkt, liegt gar nicht so falsch. Aber ein Körnerkissen ist ein vollwertiges Kopfkissen aus nachhaltigen Bestandteilen, das auch die Vorteile eines Wärmekissens mitbringt. Die Füllung, meist Hirse oder Dinkel, lässt sich tatsächlich erhitzen beziehungsweise kühlen, sodass das Kissen genau die gewünschte Temperatur liefert. Das gleiche kann man auch mit Kirschkernkissen machen, die viele Leute als Ersatz für eine Wärmflasche benutzen. Allerdings handelt es sich bei Kernkissen nicht um Schlafunterlagen. Körnerkissen finden sich in Form von normalen Kopfkissen, Reisekissen oder länglichen Seitenschläfer- und Stillkissen.

Absolut natürliche Kopfkissen

Das Körnerkissen ist die natürliche und in den meisten Fällen auch vegane Antwort auf Synthetik-Kissen und Daunenprodukte. Kissen mit Polyester-Bezug oder mit Schaumfüllung fühlen sich für einige Menschen zu warm an. Daunen haben ein hervorragendes Bettklima, andererseits sind sie für verspannte Schultern nicht die ergonomischste Lösung und auf Grund der tierischen Füllung nicht für Veganer geeignet. Körnerkissen bieten einen Mittelweg. Die Füllung besteht aus Hirse- oder Dinkelspelzen, dabei handelt es sich um die Hülle der eigentlichen Körner. Sie haben gute Klima- und Liegeeigenschaften, die Füllung der Körnerkissen von Bettenriese stammt zudem aus kontrolliert biologischem Anbau. Das gleiche gilt für die strapazierfähigen Bezüge aus Bio-Baumwolle, die bei hochwertigen Körnerkissen Standard sind. Manchmal besteht die Option, einen Bezug mit Schafschurwolle oder Dinkelspelzen mit Kautschuküberzug zu wählen. Das ist zwar nicht vegan beziehungsweise rein biologisch, verbessert aber die Liegeeigenschaften.

Bequem und ergonomisch liegen auf Körnerkissen

Die kleinen Dinkel- oder Hirsespelze bieten in so konzentrierter Form sehr guten Halt, aber passen sich gleichzeitig genau an Kopf und HWS an. Trotzdem entsteht kein Druckgefühl, wie es gelegentlich bei Nackenkissen der Fall sein kann. Ob Seiten- oder Rückenschläfer, Sie sinken komfortabel ein, wenn Sie sich bewegen, passt sich die Füllung wieder an. Hirse ist etwas feiner als Dinkel und passt sich dem Körper noch besser an, ähnlich als würde man auf Sand liegen. Bei einigen Modellen können Sie die Füllmenge sogar anpassen, denn die Körner bzw. Spelzen liegen in einzelnen kleinen Säckchen. Körnerkissen können Wärme oder Kälte lange speichern, wenn man sie vorher in den Ofen (max. 60°C) oder das Tiefkühlfach legt. Ist es nur der Körper- und Raumtemperatur ausgesetzt, wirkt das Körnerkissen angenehm temperaturregulierend und luftdurchlässig.

Die Vorteile von nachhaltigen Körnerkissen

Körnerkissen bestehen aus rein natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen. Da nur die Hülsen der Speisepflanzen Dinkel und Hirse benötigt werden, können die Körnerkissen als Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie hergestellt werden. Die Pflanzen müssen also nicht extra für die Produktion der Kissen gepflanzt und aufgezogen werden. Im Vergleich zu manchen Daunen- oder Naturlatexkissen sind diese Naturprodukte zu erschwinglichen Preisen zu haben. Wir verbringen jede Nacht bis zu 9 Stunden im Bett, darum ist ein schadstoffarmes Umfeld besonders wichtig, damit sich der Körper gut erholen kann. Viele Stillkissen sind ebenfalls mit Hirse- oder Dinkelspelzen gefüllt, um Mutter und Baby eine schadstoffarme, ergonomische Unterlage zu gönnen. Zwar sind die Kissen nicht als Ganzes waschbar, weil die Körner nicht nass werden dürfen, aber die abnehmbaren Bezüge schon. Wer sich in Sachen Hygiene unsicher ist, sollte bedenken, dass Bakterien und Milben auch beim Erhitzen oder Kühlen abgetötet werden. Wer das Kissen ab und an auch als Wärmekissen benutzt, kann sorgenfrei schlummern.

Stefan Müller-Gißler
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Stefan Müller-Gißler ist Geschäftsführer des Verlages Müller & Steinicke, einem Spezialverlag für Homöopathie, Akupunktur und Impfen und langjähriger Mitarbeiter in der eigenen Fachbuchhandlung für Akupuntur, Homöopathie und Naturheilkunde. Durch sein langjähriges Interesse konnte ich mir umfangreiches Wissen aus diesen Bereichen aneignen.