Wärmepflaster doch nur Schrott?

Neue medizinische Leitlinien empfehlen bei akuten, sub-akuten und chronischen Schmerzen die Behandlung durch Wärme. Doch gilt das auch für Wärmepflaster?

Sind Wärmepflaster wirklich Schrott? Auf Grundlage klinischer Studien geben verschiedene medizinische Leitlinien Empfehlungen hinsichtlich sinnvoller, diagnostischer und therapeutischer Mittel und Verfahren. Diese beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praxisbewährten Verfahren, unterstützt von Ärzte und Therapeuten. Die vom American College of Physicians und u.a. der Deutschen Bundesärztekammer veröffentlichten Leitlinien befürworten die Anwendung von Wärmepflastern bei unspezifische Rückenschmerzen, Verspannungen zusätzlich zur manuellen Therapie.

Volkskrankheit Rückenschmerzen

Untersuchungszahlen bezüglich Rückenschmerzen gehen von 60% bis über 80% der Bevölkerung aus. Auch bei Hausärzten sind Rückenschmerzen ganz oben auf den Behandlungslisten. Seit Jahren führen Rückenschmerzen die Arbeitsunfähigkeitsstatistiken an und verursachen jährlich Kosten in Milliardenhöhe.

Es ist ein Kreuz mit den Schmerzen im Kreuz

Kreuzschmerzen, Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, sind die häufigste Form von Rückenschmerzen. Man unterscheidet: „unspezifische“ (ohne diagnostizierbare Ursache) und „spezifische“ (mit vom Arzt diagnostizierbare, somatische Ursache) Schmerzen. Zeitlich unterscheidet man „akute“ (0-6 Wochen), „sub-akute“ (6-12 Wochen) und „chronische“ (mehr als 12 Wochen) Schmerzen.

Medikamente immer noch häufig angewendet

Rückenschmerzen können vielerlei behandelt werden, medikamentös oder auch durch Bewegungstherapie. Die häufigste Behandlungsform ist aber immer noch medikamentös, gefolgt von Physiotherapien oder Bewegungstherapien, Massagen und Injektionen.

Neue Erkenntnisse bei der Schmerzbehandlung

In die Schmerzforschung wird viel investiert. Neue Studien zeigen, dass vor allem bei unspezifischen Rückenschmerzen, Medikamente nicht immer die beste Behandlungsform sind. In Amerika verzichtet man bei akuten und sub-akuten unspezifischen Rückenschmerzen sogar ganz auf systematische, medikamentöse Therapien und bei chronischen Schmerzen sind nicht-medikamentöse Alternativen zu bevorzugen. Ähnliches gilt auch bei chronischen Schmerzen, Nackenschmerzen und Verspannungen.

Wärmepflaster gegen Schmerzen

Bei Wärmepflaster sind die einzelnen Schichten und ihre Inhaltsstoffe wichtig.

Die neuen Leitlinien aus Amerika und Deutschland empfehlen Wärmetherapie als die zuerst anzuwendende Therapieform bei akuten, sub-akuten und chronischen unspezifischen Rückenschmerzen. Klinische Studien und aktuelle, wissenschaftliche Erkenntnisse belegen diese Leitlinien, welche dem Einsatz von Wärme basierten Behandlungen, ergänzt durch, zum Beispiel, Bewegungstherapie, Massagen oder Akupunktur, einen besseren Erfolg bei der Behandlung von Schmerzen zusprechen. Eine Studie belegt: die Kombination von Wärmepflaster und Bewegung führt zu einer signifikanten Besserung der Schmerzen und einer reduzierten Funktionseinschränkung.

Wärme und die Kräfte der Natur

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet heute in vielen Bereichen anerkannte Behandlungsalternativen an. Im Gegensatz zur westlichen Medizin werden die Heilkräfte der Natur aktiviert und nicht nur einzelne Symptome zu bekämpft. Ziel ist Blockaden zu lösen und die Energie-Balance im Körper wiederherzustellen.

Auf was sollten Sie beim Kauf von Wärmepflaster achten

  1. Welche Inhaltsstoffe sind in dem Wärmepflaster?

Wichtig bei der Auswahl des Wärmepflasters sind die vom Hersteller verwendeten Inhaltsstoffe. Achten Sie darauf, dass 100% natürliche und pflanzliche Inhaltsstoffen verwendet werden. Es gibt heute bereits sog. natürliche Wärmepflaster. Sie verwenden für die Wärme Naturmineralien und eine Kräutermischung. Bei Billigware können chemische Substanzen über die Haut in den Körper dringen.

  1. Dauer der Wärmeleistung

Die Besonderheit liegt in der langanhaltenden, konstanten Tiefenwärme, die auf den Schmerzpunkt angewandt wird. Manche kühlen schnell wieder aus, damit man möglichst viele Pflaster braucht. Andere werden zu heiß und manche haben nur eine oberflächliche Wärme, die tiefere Stellen im Muskel nicht erreichen.

  1. Hautverträglichkeit

Die Anwendung von Wärmepflaster sollte keine Hautreizungen zur Folge haben. Die Hautverträglichkeit sollte dermatologisch getestet sein. Ebenso die Verträglichkeit für Allergiker.

Weitere Infos zu Wärmepflaster finden Sie u.a. hier >>Herbachaud

Stefan Müller-Gißler
Über Stefan Müller-Gißler 12 Artikel
Stefan Müller-Gißler ist Geschäftsführer des Verlages Müller & Steinicke, einem Spezialverlag für Homöopathie, Akupunktur und Impfen und langjähriger Mitarbeiter in der eigenen Fachbuchhandlung für Akupuntur, Homöopathie und Naturheilkunde. Durch sein langjähriges Interesse konnte ich mir umfangreiches Wissen aus diesen Bereichen aneignen.