Müsli und seine Mythen

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Ist Müsli wirklich gesund? 

Müsli

Zuerst die gute Nachricht: das selbst gemachte Müsli ist ein sehr gesundes und lange sättigendes Frühstück. Vorsicht ist jedoch vor allem bei Fertigmischungen geboten. Müslimischungen (auch Bio-Müslis!) enthalten oft zu viel Zucker, hierbei ist Zucker mit bis zu 30 % sogar häufig der Hauptbestandteil der Mischungen!

Zucker verbirgt sich hinter für den Laien nicht eindeutigen Begriffen aber auch in zugesetztem Trockenobst oder Schokoflakes etc. Eine der beliebtesten Müsli-Zutaten sind Rosinen. Diese enthalten jedoch viermal so viel Zucker wie frische Trauben. Dieser hohe Zuckergehalt der Rosinen wird unter anderem auch bei sogenannten „zuckerarmen“ Müslis ausgenutzt. Hier wird zwar auf den Zusatz von Zucker verzichtet, dafür aber häufig Rosinen und andere Trockenfrüchte zugesetzt, um die gewünschte Süße zu erreichen. Light-Müslis sind ebenfalls oft als zuckerarm deklariert, enthalten aber dafür meist höhere Mengen an Fett. Oder aber sie sind fettreduziert und enthalten dafür höhere Mengen an Zucker. Auch hier lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte. Light-Müslis haben häufig sogar mehr Kalorien als das normale Produkt.

Wie kann man zugesetzten Zucker erkennen? 

Zucker

Zugesetzte Zuckerarten sind für den Verbraucher nicht immer leicht zu erkennen. Zuerst einmal hilft der Blick auf die Nährstoffangaben. Hier steht unter der Zeile „Kohlenhydrate“ noch der Zusatz „davon Zucker“. Hier sehen Sie also, wie viel Prozent Zucker Ihr Produkt enthält. Wenn Sie nun noch wissen möchten, um welche Zuckerarten es sich dabei handelt, hilft nur der genaue Blick in die Zutatenliste. Bei den Zutaten Zucker, Rohrzucker, Frucht- und Traubenzucker ist dies ja noch eindeutig zu erkennen. In Müslimischungen verbergen sich häufig aber noch zahlreiche weitere Zuckerarten.

In der Zutatenliste finden Sie diese, wenn Sie auf Begriffe mit der Endung „-ose“ achten:

  • Glucose
  • Fructose
  • Dextrose
  • Saccharose

Aber auch bei diesen Inhaltsstoffen handelt es sich um Zucker:

  • Maltodextrin
  • Gerstenmalzextrakt
  • Invertzuckersirup

Wie können diese Zuckerfallen vermieden werden?

Früchte

Am sinnvollsten ist es, das morgendliche Müsli selbst zu mischen. So kennen Sie die  verwendeten Zutaten und vermeiden unnötige Zucker- und Fettfallen. Durch die Verwendung von frischem Obst ist das Müsli meist schon süß genug, sodass auf die Zugabe von Zucker verzichtet werden kann.

So können Sie sich ein gesundes und sättigendes Müsli leicht selbst zubereiten:

  • 3-4 Löffel Vollkornflocken (Hafer, Weizen oder Roggen)
  • frisches Obst, z.B. eine halbe Banane, ein halber Apfel, ein paar Trauben oder andere Beeren
  • Nüsse und Samen zum Beispiel Haselnüsse, Mandeln, Walnüsse, Leinsamen, Sesam, Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne

Literaturempfehlungen hierzu finden Sie hier:

>>>Warmes für kalte Tage

>>>Gesund mit Rotwein, Lachs, Schokolade & Co., Beliveau

Isabel Althön
Über Isabel Althön 6 Artikel
Isabel Althön ist Diplom-Ernährungswissenschaftlerin und arbeitet als Ernährungsberaterin und Fachjournalistin. Ihre Themenschwerpunkte sind: gesunde Ernährung im Einklang mit der Natur, der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln, Regionalität, Nachhaltigkeit, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie Urban Gardening.