Schlafstörungen bei Kindern aus Sicht der TCM

Schlafstörungen bei Schulkindern aus Sicht der TCM

sleep-531205_1920Der Shen

Aus Sicht der TCM beherbergt das Herz den Geist des ‚Shen‘, welcher der Regulator für den Schlaf- und Wachzustand ist. Infolgedessen haben beide einen klaren Yin-und Yang-Bezug.

Am Tag, wenn wir wach und aktiv sind, tritt der Yang-Aspekt in den Vordergrund, der Shen ist nach außen gerichtet, während in der Nacht die Ruhe, der Yin-Aspekt dominieren sollte. Der Shen zieht sich in der Nacht nach innen, in sein „Haus“ zurück und wird vom Herz-Blut genährt.

Jedoch wenn dieser Übergang von Yang nach Yin nicht klappt, liegt eine Einschlafstörung vor. Infolgedessen wacht das Kind nachts auf. Die Yin-Substanz ist zu schwach um den Geist zu nähren und das Yang zu verankern. Daher hat das Kind Durchschlaf-Probleme und der „Shen“ verlässt immer wieder seinen Ruheplatz und das Kind erwacht.

Heutzutage ist der (Kinder-)Alltag  sehr „Yang“ betont, geplante Freizeit, Schulstress und Reizüberflutung werden als normal empfunden. Folglich kommen vielleicht noch eine falsche Ernährung mit Nahrungsstagnation und Hitze. Tatsächlich können all diese Faktoren den (kindlichen) Geist-Shen massiv stören.

Der „echte“ Yang-Überschuss

ist ein Fülle-Muster und entsteht z.B. bei Stress und Überreizung, Fehlernährung (zu fett, zu süß, frittiert, gegrillt) oder starker Hitze (Fieber, zu viel Sonne). Kinder schlafen nicht gerne auf dem Bauch, träumen heftig, sind reizbar und unruhig. Die Zunge ist eher rot, hat häufig eine rote Spitze und bei falscher Ernährung einen gelben Belag.

Der Yin-Mangel mit „relativem“ Yang Überschuss ist ein Leere-Muster

Yang ist nur deshalb stark, weil Yin geschwächt ist. Beispielsweise können durch körperliche Überanstrengung (Leistungssport), Dauerstress mit Angst und Sorgen (Schule, Familie) oder lange/chronische Erkrankungen entstehen.

Überdies schwitzt das Kind häufig nachts und hat Durst. Manchmal können sie nach einem kleinen Snack (Qi-Mangel) wieder einschlafen. Tagsüber sind die Kinder blass, können sich schlecht konzentrieren und sind „zappelig“. 

Allgemeine Tuina-Tips zur Beruhigung

Fülle

Den Zusammengelegten Bambus schieben :

Dazu liegt das Kind auf dem Rücken und man ‚schiebt’ sanft abwechselnd mit den Daumen die Haut vom Punkt zwischen den Augenbrauen nach oben bis zur Haargrenze (25-50 Mal). Folglich wird der Shen beruhigt und die Gedanken geklärt.

Den Funktionskreis Dünndarm kühlen :

An der Außenkante (ulnar) des kleinen Fingers, vom Fingergrundgelenk zur Fingerspitze schieben/streichen (ca. 50-100 mal). Das kühlt und leitet Feuchte-Hitze aus.

Leere

Den Zusammengelegten Bambus schieben, s.o.

Den Nabel kneten:

In der Mitte des Nabels die Hand flach auflegen und sanft im Uhrzeigersinn den Bereich von Nabel und Abdomen kneten (ungefähr 3-5 Minuten).
Das kräftigt den Funktionskreis der Milz und des Magens.

Grundsätzlich reagieren Kinder schnell und positiv auf die Veränderung der Lebensgewohnheiten: Gute-Nacht-Rituale, Reizüberflutung mindern, möglichst keine Schularbeiten unmittelbar vor dem Schlafen, zu viel Nahrung am Abend. Das sind nur einige ‚Helferlein’ für den guten und erholsamen Schlaf des Kindes.

Das Kuschelkissen

Eine gute Idee sind kleine, aus Stoffresten genähte Kräuterkuschelkissen, die mit (getrockneten) Melissenbättern, Lavendelblüten, Hopfen und einer Prise Baldrian (kann man als „lose“ Teekräuter kaufen) gefüllt sind. Diese Kräuter beruhigen ohne, dass sie eingenommen werden müssen und sind ein hübsches Geschenk für FreundInnen.

 

Hier ein Buchtipp von uns zum Thema Schlafstörungen:

Maimon, Y./Englert, S./Montakab, H./Stoffman, G.

Behandlung von Schlafstörungen mit chinesischer Medizin

Maimon, Y./ Englert, S./ Montakab, H./ Stoffman, G. Behandlung von Schlafstörungen mit chinesischer Medizin
>>hier erhältlich<<
Irene Suhr
Über Irene Suhr 13 Artikel
Irene Suhr ist Heilpraktikerin und Diplomierte Therapeutin für Chinesische Medizin (ABZ-Ost, Shou Zhong) mit eigener Praxis in Berlin-Charlottenburg, war als TCM- Therapeutin im Oberlin Rehazentrum MVZ Potsdam, im Centrum für TCM-Potsdam, sowie extern für die Schmerzambulanz des KEH-Berlin tätig. Seit 2006 regelmässige Fortbildungen in Naturheilkunde und TCM. Vorträge über westliche Krankheitsbilder aus Sicht der TCM, für Laien und Therapeuten im Oberlin-Rehazentrum. Mitglied der Arbeitgemeinschaft-TCM. Webseite http://www.Praxis-Jungfernheide.de